Innovationspotenziale erschließen, auch um international nicht abgehängt zu werden

60 Jahre nach der Errichtung des Fernsehturmes liegt eine der Herausforderungen für die deutsche Bauwirtschaft darin, die Baukultur in Deutschland so zu verändern, dass Großprojekte unter Einbindung der Öffentlichkeit, mit einem hohen Maß an Transparenz, in den vereinbarten Rahmen für Qualität, Kosten und Terminen, verlässlich abgewickelt werden können.

Inzwischen ist das „Digitale Bauen“ ein wichtiger Bestandteil der „Digitalen Agenda“ unserer Bundesregierung. Die daran angegliederte Reformkommission für Großprojekte hat auf ihrer 4. Sitzung am 13. Oktober mehrere BIM-Pilotprojekte zur Erprobung der modernen, digitalen Planungsmethode vorgestellt.

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infastruktur: „Große Bauprojekte werden immer komplexer. Die Anforderungen an technische Qualität, Umweltschutz und Bürgerbeteiligung steigen. Modernstes, digitales Bauen kann helfen, Kosten- und Zeitpläne im Griff zu behalten. Mit vier Pilotprojekten testen wir die Potenziale der Digitalisierung jetzt in der Praxis und werten die Erfahrungen wissenschaftlich aus.“

Unter der Begleitung von 35 Experten will die BIM Task Group den gesamten Bauprozess bis Ende 2015 auf den Prüfstand stellen.

Doch tatsächlich fühlt sich bisher für die Umsetzung von Building Information Modeling (BIM) in Deutschland nur ein sehr überschaubarer Kreis von Stakeholdern aus Bauwirtschaft und Planern verantwortlich, welcher der Branche sinnvolle Wege aufzeigt, um sich zu vernetzen und eine Zusammenarbeit in einem Umfeld des Vertrauens aufzubauen.

Das übergeordnete Ziel ist eine integrierte, partnerschaftliche Arbeitsweise über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken.

Aufgrund der damit geschaffenen Offenheit und Transparenz bei der Abwicklung, fällt im Kontrast zur traditionellen Herangehensweise das „Wir“ besonders ins Gewicht:

•   BIM fordert und fördert die Zusammenarbeit, Partnerschaft

•   Lebenszyklusbetrachtung von Projektbeginn an

•   Gemeinsame vertraglich geregelte Zieldefinition und Aktion

•   Gemeinschaftlicher Projekterfolg und -verantwortung

•   Offener, transparenter Umgang mit Problemen und Schwächen

•   Strategische Projektvorbereitung sowie ausführliche Planung der Planung

Quelle: BMVBS, BIM – Leifaden für Deutschland